Die Familienbanden wachsen. Elternzeit ist derzeit im gesamt Zoo angesagt, unter anderem aktuell bei den Weißgesichtskrallenäffchen im Tropenhaus und den Mandschurenkranichen. Und in beiden Fällen besonders zahlreich. In diesem Jahr erkunden zwei Jungkraniche das Gehege und auch die Krallenaffendame hat Drillingen das Leben geschenkt.

Bereits das sechste Jahr in Folge kann man sich im Zoo Schmiding bereits über erfolgreichen Nachwuchs bei den stark gefährdeten Mandschurenkranichen freuen. Kein Wunder, dass die Altvögel diesen zusehends routinierter betreuen – ein Job, den stets beide Elternteile gemeinsam erledigen. Die Henne brütet, bis das erste Küken schlüpft, dieses wird dann schon mal von Papa betreut (mangels Feinden ist dies im Zoo Schmiding kein stressiger Job J), bis ein oder zwei Tage später Nummer zwei kommt. Kaum aus dem Ei geschlüpft, folgen die Nestflüchter ihren Eltern bereits auf Schritt und Tritt und teilen auch rasch deren kulinarische Vorlieben. Anfangs lassen sie sich die Happen noch schnabelgerecht servieren: ob saftige Heuschrecke oder sich windender Wurm. Doch nach wenigen Tagen picken sie auch selbst eifrig nach Insekten und Co. Außerhalb der Brutzeit wird weniger geschlemmt: Dann ziehen die Vögel vegetarische Kost wie Körner, Gräser und Knollen vor. Noch gleichen die beiden Küken ihren Eltern ja nicht gerade aufs Haar beziehungsweise die Feder: Flauschig sind sie und hellbraun – wohl der besseren Tarnung wegen – und ihre Beine und Füße wirken mindestens noch drei Nummern zu groß. In den nächsten Wochen und Monaten werden sich die Küken jedoch zu ebenso schönen, anmutigen Vögeln mausern, wie es ihre Eltern bereits sind.

Leider stand bei dem gefiederten Symbol für langes Leben das eigene Überleben zeitweise auf der Kippe – durch direkte Verfolgung und Zerstörung seiner Lebensräume. Obwohl der Mandschurenkranich heute streng geschützt ist und sich die Population etwas erholt hat, ist die Art weiterhin stark gefährdet.

Und auch bei den Krallenäffchen ist die Bude ungewöhnlich voll. Drillinge gab’s schließlich noch nie in Schmiding bei den kleinen Äffchen im Tropenhaus. Und da hat Mama Krallenaffe auch einiges zu tun. Damit sie sich aber auch voll und ganz auf ihre wichtigste Aufgabe fressen und Milchproduktion konzentrieren kann,  wird sie bei der Aufzucht ihrer Großfamilie von den Tierpflegern des Zoo Schmidings tatkräftig unterstützt. 5 mal täglich leckerer Brei, frisches Obst in mundgerechte Happen geschnitten und Insekten stehen am Speiseplan und die Nahrungsaufnahme wir penibel kontrolliert. Schließlich müssen die Winzlinge auch noch ordentlich wachsen um das „stattliche“ Gewicht von 200 – 300 Gramm ihrer Eltern zu erreichen.