Der Zoo Schmiding setzt sich nicht nur ex situ für den Artenschutz ein, d.h. durch Haltung und Zucht bedrohter Tierarten im Zoo, sondern auch in situ, also im natürlichen Lebensraum der Tiere. Hier einige Beispiele:

Berggorillas

Gorillas zählen zu den charismatischsten und beeindruckendsten Tieren unseres Planeten. Trotzdem sind sie vom Aussterben bedroht. Anders als bei den Flachlandgorillas, sind bei Berggorillas allerdings Schutzmaßnahmen im natürlichen Lebensraum möglich. In Schutzgebieten werden die Gorillagruppen kontinuierlich beobachtet und bewacht. Was allerdings fehlt sind Medikamente und medizinische Geräte zur Behandlung erkrankter oder verletzter Tiere. Der Verein Endangered (www.endangered.at ) hat sich zur Aufgabe gesetzt, mit Hilfe von Spendengeldern die fehlenden Dinge in Österreich zu kaufen und direkt zu den Gorillaschutzstationen in Ruanda zu bringen. Der Verein wird bei seiner Arbeit auch intensiv vom Zoo Schmiding unterstützt (siehe auch Zoo News August 2005). Die Beschilderung in der Gorilla Bai im Zoo Schmiding informiert ausführlich über den Artenschutz der Berg- und Flachlandgorillas.

Waldrapp

Waldrappe waren bis ins Mittelalter in Europa heimisch und auch auf Österreichs Fluren weit verbreitet. Heute sind sie bei uns ausgestorben und zählen zu den bedrohtesten Tierarten der Erde. Die wenigen verbleibenden Freilandpopulationen verschwinden in erschreckendem Ausmaß. Erfreulicherweise können Zoos wie der Zoo Schmiding gute Erfolge im Züchten von Waldrappen verzeichnen. Die dort aufgezogenen Tiere schaffen die Grundlage für Wiedereinbürgerungen der Art – ganz aktuell auch im Alpenraum!
Die Aktivitäten des Waldrappteams.at (www.waldrappteam.at) gingen letztes Jahr durch die internationale Presse, als sie junge Waldrappe dazu trainierten, ihren Zieheltern, die in einem Leichtflugzeug saßen, über die Alpen zu folgen. Einige Küken der nächsten Generation wurden heuer in Schmiding aufgezogen.
Das Waldrappteam.at wird außerdem von der Österreichischen Zoo Organisation (OZO: www.ozo.at) unterstützt, bei dem der Zoo Schmiding als aktives Mitglied fungiert.

Krallenaffenprojekt

Der Zoo Schmiding betreibt in Zusammenarbeit mit dem Münchner Tiergarten Hellabrunn (www.zoo-munich.de ) ein interessantes Zuchtprogramm zur Erhaltung bedrohter brasilianischer Kleinaffen. Die Zuchtstation wurde in Brasilien in einem über 100 Jahre alten Sekundärurwald in der Gemeinde Itatiba, Bundesstaat Sao Paulo errichtet. Aufgrund der raschen Zerstörung seines Lebensraumes ist das Weißohrseidenäffchen (Callithrix aurita) extrem bedroht und wird auf Liste 1 des Washingtoner Artenschutzabkommens aufgeführt. Die Errichtung der Zuchtanlagen inmitten des natürlichen Biotops dieser Art bringt einen großen Vorteil für die im Jahr 2006 geplante Wiederaussiedelung, da diese direkt von der Zuchtanlage in das zukünftige Habitat erfolgen kann, wo noch eine kleine Gruppe von freilebenden Weißohrseidenaffen lebt. Zwei weitere Arten von Krallenäffchen wurden in die Zuchtstation aufgenommen: Silberäffchen (Callithrix argentata) und Goldkopflöwenäffchen (Leontopithecus rosalia chrysomelas). Sie sind Teil des Krallenaffen Artenschutzprojekts und bilden die Grundlage für ein Zuchtprogramm. Goldkopflöwenäffchen leben in den Wäldern eines sehr kleinen Küstenstreifens im Süden des Staates Bahia in Brasilien. Durch Vernichtung der Wälder stehen ihnen heute nur noch 2% ihres ursprünglichen Verbreitungsgebietes zur Verfügung, und sie sind daher stark vom Aussterben bedroht. Es soll weniger als 500 Tiere geben und der Trend ist sinkend. Ein Großteil davon lebt in menschlicher Obhut. In Zoos sind Goldkopflöwenäffchen ausgesprochen selten zu sehen, werden aber in der Zuchtstation in Brasilien erfolgreich gezüchtet.