Sibirische Tiger:

Das Gehege entspricht modernsten Haltungsrichtlinien, wobei die speziellen Bedürfnisse und Anpassungen der Sibirischen Tiger berücksichtigt wurden. Die größte Raubkatze der Welt, die eine Gesamtlänge von 4m erreicht, bis 300kg auf die Waage bringt und eine Schulterhöhe von 1,10m aufweist, benötigt viel Platz. Deshalb wurde ein naturnaher Lebensraum von 2000m² geschaffen. Zum Aufwärmen bieten künstliche Felsen reichlich Gelegenheit. Gleichzeitig spendet in der warmen Jahreszeit ein alter Baumbestand im Gehege ausgiebig Schatten, denn die Tiere sind mit ihrem langen, dichten Fell an kaltes, raues Klima angepasst. Auch bieten die Bäume den Tigern die Möglichkeit, ihr natürliches Reviermarkierungsverhalten zu demonstrieren, bei dem sie an Bäumen lange Kratzspuren und Urinmarken hinterlassen.
Außerdem steht ein Teich zur Verfügung, in dem täglich gebadet und gespielt wird. Tiger können gut schwimmen und kühlen sich gerne im Wasser ab. Trotz der Größe des Geheges wird der Besucher nicht enttäuscht. Dank der ausgeklügelten Gehegeplanung führt nämlich der Besucherweg hinter Felsen mitten durchs Tigerrevier hindurch. Felsstrukturen, Scheiben und Gitter geben den nötigen Schutz, wobei gleichzeitig Felsspalten und Öffnungen einmalige Einblicke in den Lebensraum der Tiger gewähren, ohne dass es für die Tiere aufdringlich wirkt.
In zoopädagogischer Hinsicht geben ansprechend gestaltete Informationstafeln Einblicke in die Biologie der Tiere und klären über die starke Gefährdung des Sibirischen Tigers auf. Nur mehr 300 bis 500 dieser majestätischen Großkatzen leben in ihrer ursprünglichen Heimat und Schutzprogramme sind dringend notwendig, um dem Aussterben des Sibirischen Tigers entgegenzuwirken. Internationale Erhaltungszuchtprogramme in Zoos dienen als Sicherheitsnetz zum Überleben der Tiere. Zookampagnen helfen, den Lebensraum der Tiger zu schützen, über Bedrohungsfaktoren aufzuklären und wissenschaftliche Projekte in Zoos und im Freiland zu unterstützen.